Video

ZDF heute show Interview und Selbstversuch

Unser Gesundheitsminister Karl Lauterbauch und äußert sich in der ZDF heute show vom 13.08.2022 zur bevorstehenden Cannabis Legalisierung.

Ab 8:15 Uhr gibt es einen Selbstversuch der heute show Moderatoren/Comedians mit “Tripsitterin” Medizinalcannabis Expertin Prof. Dr. Müller-Vahl.

Man kann beim Selbstversuch hier sehr schön sehen, daß die Dosierung und die Konsumform für jeden “Patienten” und Cannabis Nutzer extrem wichtig ist. Die Konsumform Bong hat zwar den Vorteil, daß man nicht mit Nikotin misch-konsumiert, ist aber vergleichbar mit einem hochprozentigen Alkohol Shot.
Für nicht erfahrende Cannabis Anwender definitiv nicht zu empfehlen.
Mit Vaporisierung von kleinen Dosierungen und langsamer Steigerung ist eine Overdose – wie hier im Film “Lach-Flash” und Apathie – leicht zu vermeiden.

ABER keine dieser (Neben)-Wirkungen sind für einen erfahrenen medizinischen Patienten normal.
Normal ist:

  • Kein “Lach-Flash”
  • Keine Apathie
  • Kein Unwohlsein
  • Kein “Fress-Flash”

Normal ist: Linderung der Schmerzen und Wohlbefinden.

Liebe heute show. Ich feiere eure Beiträge der letzten Jahre zum Thema Legalisierung, aber mit dieser Folge habt ihr Medizinalcannabis Patienten einen Bärendienst erwiesen. Ich verstehe, daß die heute show in erster Linie Informationen locker und lustig rüberbringen soll/muß, aber mit vernünftigen Gebrauch oder gar medizinischer Anwendung hat dieses nervige Kiffer Klischee nichts zu tun.

Kiffen ist kein Medizinieren.

ADHS Behandlung mit Medizinalcannabis

Ein wirklich informatives Video vom Dezember 2021 zum Thema “Behandlung der ADHS mit Cannabis-basierten Medikamenten”.

YouTube Videobeschreibung: Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten Erkrankungen aus dem Bereich der neuronalen Entwicklungsstörungen. Klinisch ist die ADHS durch die Kernsymptome Hyperaktivität, Impulsivität und mangelnde Aufmerksamkeit gekennzeichnet. Bei der Mehrzahl der Patient*innen bestehen darüber hinaus psychiatrische Begleiterkrankungen, etwa eine Depression, antisoziales Verhalten, Persönlichkeits-, Schlafstörungen, Substanzabhängigkeit und Tics. In etwa der Hälfte der Fälle bleibt die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter bestehen. Häufig ändert sich dann das klinische Bild und Unaufmerksamkeit, Desorganisation, emotionale Überreaktivität, Wutausbrüche, Impulsivität, Stimmungsschwankungen und die Unfähigkeit Aufgaben durchzuführen, stehen im Vordergrund. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass zahlreiche Erwachsene mit ADHS Cannabis gezielt zur Selbsttherapie einsetzen. Sie berichten über eine zum Teil erstaunliche Verbesserung zahlreicher Symptome, etwa verbesserte Konzentration und Steuerungsfähigkeit, geringere Impulsivität und verbessertem Schlaf.

EXPERTIN: Prof.in Dr. Kirsten Müller-Vahl, Ärztin für Neurologie und Psychiatrie (Clinician Scientist), geschäftsf. Oberärztin der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover, (D)

DISKUSSIONSRUNDE: – Prof. Dr. Andreas Conca, Primar der Psychiatrie KH Bozen, Koordinator des landesweiten Dienstes für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Südtirol – Dr.in Sonia Holzer, Verantwortliche der Spezialambulanz für ADHS im Erwachsenenalter, Bozen – Dr. Aldo Leonardo Berti, Hausarzt, Bozen – Dr. Roberto Pittini, Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie, Meran – Dr. Elio Dellantonio, Ex-Primar SERD, Bozen – Peter Grünfelder, Vertretung Patientenvereinigung BZ

Quelle
Cannabis Social Club, Bozen, Südtirol - https://www.cannabissocial.eu/ 

Blue Da Ba (Dee) Lied

Suchergebnis Nr. 1 bei Suchbegriff “BlueDaBa” 🙂

Eiffel 65 – Blue (Da Ba Dee) von 2009. Das Video ist lustig und das Lied ist ein heftiger Ohrwurm, aber 265 Mio Aufrufe?!

Es gibt sogar eine Dokumentation zu dem Lied mit 5,7 Mio. Aufrufen!

Cannabis Is Medicine Song

Dieser Song wurde mir gestern vom Spotify Algorithmus in eine Zufalls-Playlist gewürfelt. Keith Hudson, Singer/Songwriter/Patient/Aktivist aus UK. Der Mann weiß wovon er singt  👏

Artist: Keith Hudson, Kief Budson (Hompage + Facebook)

Cannabis is medicine (Lyrics)

If you suffer from a medical condition
You should carefully consider your position
Putting your health into the hands of a physician
Will have you living your life on prescription

Drugs with nasty side effects you’re given
That rarely improve your standard of living
If anything they worsen the condition
And then another prescription for you is written

Doctors who we trust to be our healers
Legal pharmaceutical drug dealers
Never seem to have the time to see us
And when they do they never seem to please us

Inhalers, antibiotics, and steroids
Are all things I would really rather avoid
Too many years of this got me well annoyed
So now it’s time to heal myself with cannabinoids

Cos cannabis is medicine
It helps with almost everything
THC & CBD and other things that work for me
I wake up late and medicate
Until I’m in a happy state
Ready to go out and face my day
For me there is no other way

Cannabinoid receptors in our bodies
Need compounds found in weed so they work properly
THC, CBN, &, CBD
And another one called CBG

THC gets you high nicely
CBD has many healing properties
CBN will give you a good night’s sleep
While the cancer’s kept away by the CBG

Anti inflammatory and penicillin
Only seem to keep your body illing
Medicine companies making a killing
While the pharmacies and doctors do their dealing

So if you wanna heal yourself naturally
Some cannabis will help you out believe me
If you take too much you’ll only pull a whitie
So then a coffee and a munch will do you nicely

Cos cannabis is medicine
It helps with almost everything
THC & CBD and other things that work for me
I wake up late and medicate
Until I’m in a happy state
Ready to go out and face my day
For me there is no other way

Über mich

Wer ist U.J. Walden?

Anfang 50, Familienmensch (verheiratet, Kinder im Teenageralter). Angestellter im IT Bereich.

Seit 2019 bin ich Krebs- und chronischer Schmerzpatient. Meine seit 2017 in Deutschland offiziell zugelassene vom Arzt auf gesetzlichem Kassenrezept verschriebene von meiner Krankenkasse Kostenübernommene (KÜ) Medizin ist “Cannabis flos“.

Meine Heimat ist Bayern. Bekanntermaßen ist das Image der Hopfen Schwester Cannabis (beide gehören zu der Gattung der Hanfgewächse) leider noch sehr rückständig, weil negativ besetzt. Ich fühle mich aber hier, bis auf den genannten Umstand, sehr wohl. Leider sind in unserem schönen Bundesland Repressionen und Stigmatisierungen trotz Patientenstatus immer noch an der Tagesordnung. Eine Normalisierung dieser Realität wird trotz angekündigter Legalisierung von Cannabis als Genussmittel noch einige Jahre dauern. So lange will und kann ich aber nicht mehr warten. Um dieses Dilemma aufzulösen, habe ich mich entschlossen, nicht mit meinem Real-Namen, sondern unter dem Pseudonym U.J. Walden mein erworbenes Wissen in diesem Blog zu teilen.

Ich bin kein Arzt. Aber durch umfangreiche Recherchen, Cannabis-Sachbücher, medizinische Cannabis-Foren und -Fachartikel und in allererster Linie “dank” meiner persönlich erlebten Leidensgeschichte und tiefgreifenden Erfahrungen mit dieser neuen bzw. alten Heilpflanze, betrachte ich mich mittlerweile als Kenner dieses Bereiches.

UJ Walden Cannabissorten

Da die Cannabis-Pflanze sehr komplex ist, jeder Organismus individuell verschieden darauf reagiert und Sortenwechsel einer Toleranzbildung entgegen wirken können, habe ich in den letzten Jahren über dreißig Cannabis-Sorten medizinisch angewandt. Meine subjektiven Wirkungserfahrungen zu diesen Sorten erkennt man an dem Bild links.


Disclaimer / Medizinische Ausschlussklausel

Der U.J. Walden-Blog stellt keine medizinische Beratung dar. Informationen, die auf dieser Website aufgelistet sind, auf die verwiesen wird oder die mit der Website verlinkt sind, dienen nur der allgemeinen Information und sind nicht mit medizinischer oder psychiatrischer Beurteilung, rechtlicher Beratung und Behandlungsempfehlungen gleichzusetzen.

Dieser Blog ist für etwaige Schäden, die direkt oder indirekt mit der Information der Posts im Zusammenhang stehen, nicht haftbar. Alle Entscheidungen, die das Wechseln, Absetzen oder Kombinieren von Medikamenten betreffen, müssen vorher mit einer entsprechend qualifizierten Fachperson abgeklärt werden.

Die Wirkung von medizinischem Cannabis ist individuell verschieden und muss sorgfältig von einer Fachperson überwacht werden. Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt oder Gesundheitsdienstleister, bevor Sie Produkte oder Methoden anwenden, auf die hier verwiesen oder zu denen verlinkt wird.

Mein steiniger Weg zum medizinischen Cannabis

Im Frühling 2019 bemerkte ich eines Tages einen rapiden Leistungsabfall beim Joggen. Zur Sicherheit fand ich mich Mitte Mai zum Check meiner Lungenfunktion und für ein EKG bei meiner Hausärztin ein. Zusätzlich wurde ein kleiner Bluttest durchgeführt. Meine Ärztin teilte mir anschließend mit belegter Stimme mit, dass meine roten Blutkörperchen, welche auch den Sauerstoff transportieren, katastrophal niedrig sind und ich sofort in die nächste Klinik fahren solle.

Diagnose: Ein sehr seltener, bösartiger, leider unheilbarer, aber gut behandelbarer Blutkrebs. Laut Wikipedia beträgt die mittlere Überlebenszeit 7,7 Jahre nach Erstdiagnose.

Die nächsten Stunden erlebte ich wie in Trance. Ich kannte Krankenhäuser eigentlich nur als Besucher und hatte keine nennenswerte Krankenakte. Bis jetzt. Im Krankenhaus bekam ich Bluttransfusionen und es wurden Proben aus meinem Rückenmark entnommen.

Am dritten Tag nach dem Zufalls-Befund bekam ich bereits meine erste Chemotherapie Infusion.

Mein Onkologe hat das “schöne” Bild geprägt, dass in meine „Blutproduktions-Fabrik“ Terroristen eingefallen wären und diese müsste man jetzt mit Handgranaten und Artillerie vertreiben. Eine Chemotherapie ist da wohl eine Panzergranate, welche alle Zellen (gute wie schlechte) konsequent platt macht. Unter anderem die Magenschleimhaut, da hier schnellteilende Zellen „leben“. Das wiederum führt zu heftiger Übelkeit und Erbrechen. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit, Schlafprobleme usw.

Zur Behandlung der beschriebenen Nach- und Nebenwirkungen wird standardmäßig ein pharmazeutischer Tabletten-Cocktail verschrieben. Bei mir waren es Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, Schlaftabletten und diverse andere Tabletten. Insgesamt hatte ich eine morgendliche Ration von acht (!) Tabletten zu schlucken. Ich nahm die verschriebenen Tabletten und trieb den Teufel mit dem Beelzebub aus. Ich hatte zwar weniger Übelkeit, aber dafür heftige Verstopfung. Durch die Schlaftabletten wurde ich unruhig und mein Schlaf-Rhythmus war komplett dahin. Die lebensverändernde Diagnose hatte mir den Appetit gehörig verdorben, so dass ich täglich abnahm.

Alternative medizinisches Cannabis

In meiner Studienzeit und bei diversen Gelegenheiten bin ich bereits mit “Weed” in Berührung gekommen. Bisher nur aus “hedonistischen Gründen”, aber ich wusste von Freunden und durch Recherchen auch um die heilsame, medizinische Wirkung bei verschiedenen Krankheiten.

Ich werde den Moment nie vergessen, als ich total fertig nach einer heftigen Chemotherapie Session einen Zug Cannabis inhalierte. Die Besserung war fast augenblicklich zu spüren. Symptome wie z.B. Rückenschmerzen aufgrund von Spritzen ins Knochenmark, Übelkeit, Magenschmerzen oder Appetitlosigkeit reduzierten sich schlagartig. Schlafprobleme, Tinnitus und Nachtschweiß verschwanden innerhalb von kürzester Zeit. Ganz ohne Nebenwirkungen! Ganz abgesehen von der gesteigerten Lebensqualität und der Besserung meines körperlichen und psychischen Gesamtzustandes.

Diese Erfahrung veränderte mein Leben.

Kostenübernahme (KÜ) Antrag bei Krankenkasse

Nachdem ich die erste Bedingung “schwere Krankheit” für medizinisches Cannabis erfüllt hatte und anhand meiner Schilderung der positiven Selbstmedikationserfahrung stieß ich bei meinem neuen (deutlich aufgeschlossenerem) Allgemeinarzt zum großen Glück auf offene Ohren. Zwei Monate nach meiner Diagnose schickte er den Antrag auf Kostenübernahme an meine gesetzliche Krankenkasse. Er hatte schon einige Anträge mit wechselndem Erfolg an diverse Krankenkassen eingereicht. Zwei Ärzte (ich konnte meinen Onkologen aufgrund meiner positiven Erfahrungen doch noch überzeugen) haben jeweils eine eindeutige Empfehlung für medizinisches Cannabis ausgestellt und auch meine Medikamentenliste mit den aufgetretenen Nebenwirkungen lag dem Antrag bei.

MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen)

Zwei Tage nach Einreichung des Antrags auf Kostenübernahme bekam ich die Nachricht, dass mein Antrag an den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) weitergeleitet worden sei. Ich fand heraus, dass der MDK chronisch unterbesetzt ist. Mitten in der Sommer- und Urlaubszeit. Also rechnete ich damit, dass die Maximalfrist von fünf Wochen ausgereizt wird. Was aber kein Problem darstellte, da im Gesetz (§ 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V) festgelegt ist, dass auch bei keiner Rückmeldung innerhalb dieser Frist der Antrag automatisch als bewilligt gilt. Die sogenannte “Genehmigungsfiktion”.

Überbrückung bis KÜ – Privatrezepte – Selbstzahler

Ein Arzt hat unabhängig vom Ausgang der Kostenübernahme immer die Möglichkeit ein Privatrezept auszustellen – in dem Fall muss der Patient die Kosten aber komplett selbst tragen und sie werden selbst bei einem positiven Bescheid nicht mehr nachträglich erstattet (abhängig von der Krankenkasse). Das kann schnell teuer werden.
Eine Beispielrechnung: Das Gramm medizinisches Cannabis kostet in meiner Apotheke durchschnittlich 15 EUR. Bei einer täglichen Dosis von einem guten Gramm sprechen wir von monatlichen Kosten von knapp 500 EUR.

Ablehnung I – Krankenkasse

Zwei Tage vor Ablauf der Maximalfrist hielt die Ablehnung durch meine gesetzliche Krankenkasse in der Hand. Begründung: Da noch kein MDK-Gutachten eingetroffen wäre, würde meine Krankenkasse den Antrag vorsorglich ablehnen. Sie begründeten ihre Absage also mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit (kein Gutachten ausstellen zu können). Ich habe sofort Widerspruch eingelegt.

Ablehnung II – MDK

Eine Woche später (aber nach Ablauf der gesetzlichen Maximalfrist) kam auch die Ablehnung durch den MDK per Post. Im sogenannten “sozialmedizinischen” Kurzgutachten wurden folgende “alternative Therapieoptionen” genannt:

  • Appetitmangel: Wunschkost, kleine energiereiche Mahlzeiten, Anreicherung der Nahrung von hochkalorischen Komponenten, etc
  • Schlafstörungen: Maßnahmen der Schlafhygiene, Therapie möglicher psychischer Belastungssituationen, etc.

Fazit: Obwohl bei mir eine schwerwiegende Erkrankung diagnostiziert wurde, sei die Grundvoraussetzung für eine Cannabis-Behandlung nicht gegeben.

Mein aktueller Status

Nach einem langem Kampf habe ich neun! Monate nach meinem Antrag die Kostenübernahme von MDK und Krankenkasse bewilligt bekommen. So konnte ich während der letzten vier Monate der Chemotherapie nach und nach alle anderen Medikamente absetzen. Die lebenslangen Folgen dieser lebensrettenden Chemotherapie in Verbindung mit meiner Grunderkrankung mindere ich seitdem täglich mit zerkleinerten Blüten, welche ich pur vaporisiere. Ich nenne es “medizinieren“. Meine “grüne Medizin” ermöglicht mir als Projektleiter in einer stressigen Branche Vollzeit weiterzuarbeiten und nicht wie viele meiner Leidensgenoss*innen in Frührente gehen zu müssen.

I have a dream

Ich habe meinem Arzt von meinem Traum erzählt. Ein neu diagnostizierter Krebspatient bekommt zur ersten Chemo sofort für die Nebenwirkung ein Cannabis-Care-Paket angeboten. Fester Bestandteil wäre ein kleiner Vaporizer mit entsprechender Bedienungsanleitung und Dosierungsempfehlung, sowie weiteren Informationen zu den medizinisch verfügbaren Cannabis-Sorten. Diese Medikation könnte dann die ganze Zeit (während der andauernden, monatelangen Behandlung) problemlos weiterbezogen werden. Ohne obligatorischen Antrag bei der Krankenkasse. Ohne Probleme und bürokratische Hürden. Ein schwerkranker Patient hat schließlich genug andere Sorgen.